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Das Überlebens­programm der Steinzeit

Stress – das Überlebensprogramm der Steinzeit

Warum wir oft noch wie unsere Vorfahren reagieren

Hast du dich jemals gefragt, warum Stress dich so überwältigen kann?

Warum dein Herz rast, deine Muskeln sich anspannen und du das Gefühl hast, nicht mehr klar denken zu können?

Die Antwort liegt tief in unserer Vergangenheit – genauer gesagt in der Steinzeit. Unser Körper ist darauf programmiert, uns in lebensbedrohlichen Situationen zu schützen. Doch das Problem ist:

Die Gefahren haben sich verändert, unser Stressmechanismus jedoch nicht.

Lass uns gemeinsam eintauchen in die faszinierende Welt unserer biologischen Stressreaktion und entdecken, wie wir sie heute – in einer Welt ohne Säbelzahntiger, aber mit vollen E-Mail-Postfächern und Termindruck – besser nutzen können.

Stress: Ein uraltes Notfallprogramm in deinem Körper

Stell dir vor, du lebst vor 100.000 Jahren als Jäger und Sammler. Plötzlich steht ein Säbelzahntiger vor dir. Dein Körper reagiert in Sekundenbruchteilen:

Dein Puls steigt, deine Muskeln spannen sich an, Adrenalin durchflutet dein System – du bist bereit zu kämpfen oder zu fliehen. Genau diese Reaktion hat unseren Vorfahren das Überleben gesichert.

Und jetzt?
Heute stehen wir selten wilden Tieren gegenüber, aber unser Körper reagiert auf Termindruck, volle To-Do-Listen oder zwischenmenschliche Konflikte genau gleich wie auf den Säbelzahntiger. Unser Notfallprogramm läuft an – obwohl keine echte Lebensgefahr besteht.

Was passiert in unserem Körper bei Stress?

Unser Gehirn erkennt blitzschnell eine bedrohliche Situation – oder das, was es dafür hält. Dabei läuft ein hochkomplexes Programm ab:

🔹 Alarmstufe Rot im Gehirn
Sobald unser Gehirn eine Bedrohung wahrnimmt (egal ob es eine Deadline oder ein Mammut ist), aktiviert die Amygdala – unser emotionales Alarmzentrum – das Stresssystem.

🔹 Körper auf Hochleistung
Das sympathische Nervensystem schaltet sich ein, und Hormone wie Adrenalin und Cortisol werden ausgeschüttet. Diese sorgen dafür, dass unser Herz schneller schlägt, unsere Muskeln sich anspannen und unser Atem flacher wird.

🔹 Tunnelblick und Überlebensmodus
Im Stressmodus geht es nur ums Überleben: Die Verdauung wird heruntergefahren, das Immunsystem gedrosselt, und unser Denken wird auf das Nötigste reduziert – es gibt nur noch drei Möglichkeiten: Kampf, Flucht oder Erstarren.

Das Problem? Wir kämpfen nicht mehr mit wilden Tieren. Stattdessen sitzen wir am Schreibtisch, erstarren vor Aufgabenbergen oder fliehen gedanklich in Ablenkung. Doch unser Körper bleibt in Alarmbereitschaft – oft viel länger, als gesund ist.

Im nächsten Blog schauen wir uns die Möglichkeiten an, dem Stress zu begegnen. 

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